Selbstwertgefühl, Kindheit und Jugend | SantéPsy.ch

Selbstwertgefühl, Kindheit und Jugend

Das Selbstwertgefühl wird von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter zusammen mit der Identität aufgebaut. Es hängt vom Unterschied zwischen dem, was das Kind ist und dem, was es gerne wäre, sowie von der Qualität der erhaltenen Unterstützung ab.

So wird Selbstwertgefühl aufgebaut

Während der frühen Kindheit ist es in erster Linie die Präsenz und die Fürsorge der Eltern, die den Kindern ermöglicht, sich geborgen und wertvoll zu fühlen. Wenn die Gefühle, Emotionen, Ideen und Handlungen des Kindes offen und mit Liebe aufgenommen werden, wird es verstehen, dass es wertvoll ist. Diese emotionale Geborgenheit ist die grundlegende Voraussetzung für das Selbstwertgefühl.

 

Während der Kindheit wird sich das Kind seiner Einzigartigkeit bewusst. In dieser Zeit beginnt es, sich mit anderen zu vergleichen. Um sich selbst wertvoll zu fühlen, muss das Kind in der Schule, mit anderen Kindern, beim Sport, in der Kunst usw. das Gefühl haben, kompetent zu sein. Es muss sich zudem akzeptiert fühlen. Das Selbstbild und der Selbstwert eines Kindes, das schikaniert oder gemobbt wird, können stark beeinträchtigt werden.

Während der Adoleszenz hängt das Selbstwertgefühl hauptsächlich vom Körperbild, von der Identität und vom Zugehörigkeitsgefühl ab. Jugendliche, die aufgrund ihrer Korpulenz, ethnischen Herkunft, Behinderung, ihres Geschlechtsausdrucks oder ihrer Geschlechtsidentität, ihrer sexuellen Orientierung oder einer anderen Besonderheit Vorurteilen oder Diskriminierungen ausgesetzt sind, können ein tiefes Gefühl der Unzulänglichkeit entwickeln, das sich sehr negativ auf ihr Selbstwertgefühl auswirkt.

Wachstum und Pubertät bewirken zahlreiche körperliche Veränderungen. Manche Kinder fühlen sich schon früh unwohl mit ihrem Körper oder möchten unrealistischen und oft stereotypischen Schönheitsidealen entsprechen, die von den Medien vermittelt werden. Sie können befürchten, aufgrund ihres Aussehens oder Figur abgelehnt oder gehänselt zu werden, was das Selbstwertgefühl beeinträchtigen kann.

Wichtige Bereiche für das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen

Ab der Einschulung beurteilt das Kind seinen Wert in sechs wichtigen Bereichen:

  • Schulkompetenzen: Wie gut bin ich in diesem Bereich, den die Gesellschaft so hoch bewertet? Welchen Stellenwert hat meine Ausbildungsrichtung oder meine Berufsorientierung?
  • athletische und sportliche Merkmale: Ist mein Körper stark, leistungsfähig?
  • äusseres Erscheinungsbild: bin ich «normal»? Gefalle ich?
  • soziale Akzeptanz: Werde ich geschätzt, geliebt, anerkannt? Bin ich in den Augen der anderen wertvoll? Kann ich mich selbst sein, ohne Gefahr zu laufen, gehänselt, gemobbt oder ausgegrenzt zu werden?
  • Verhaltensweisen und Gesamtverhalten: Sind meine Entscheidungen, Interessen, Verhaltensweisen anerkannt, konform? Enttäusche ich?
  • allgemeines Gefühl der Selbstwirksamkeit: Inwieweit traue ich mir zu, die Herausforderungen meines Lebens zu meistern, etwas zu wagen und selbstständig zu werden?

So kann das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen gefördert werden

Um ihr Selbstwertgefühl zu entwickeln, sind Kinder und Jugendliche stark von den Erwachsenen in ihrem Umfeld abhängig. Das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen kann gefördert, indem man:

  • ihnen in verschiedenen Lebensbereichen Geborgenheit bietet,
  • ihnen hilft, an ihre Fähigkeiten zu glauben und sich zu trauen, Neues zu wagen,
  • ihr Recht auf Fehler anerkennt: Fehler gehören zum Lernen dazu. Kinder und Jugendliche lernen und akzeptieren so einfacher, dass sie das Recht haben, sich zu irren und dass ihnen nicht immer alles beim ersten Mal gelingen muss,
  • die Entwicklung der Lebenskompetenzen fördert,
  • positiv über den Körper redet, um ihnen zu helfen, eine gesunde Beziehung zu ihrem Körper aufzubauen.