Übergangsphasen und Selbstwertgefühl | SantéPsy.ch

Übergangsphasen und Selbstwertgefühl

Im Verlauf eines Lebens gibt es zahlreiche Herausforderungen und Veränderungen. Dabei kann es sich um ein bestimmtes Ereignis handeln, das unseren Alltag verändert (Umzug, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung, Trauer usw.), oder um den Anfang eines neuen Lebensabschnitts (Einschulung, Erwachsenwerden, Pensionsalter, Geburt eines Kindes usw.).

Um erfolgreich damit umgehen zu können, müssen wir uns auf unser Selbstwertgefühl stützen können, das jedoch durch diese Ereignisse geschwächt werden kann.

Heikle Übergänge für das Selbstwertgefühl

Die für unser Selbstwertgefühl schwierigen Veränderungen können in zwei Gruppen eingeteilt werden:

Übergänge zwischen Lebensabschnitten (Eintritt in die Schule, Pubertät, Erwachsenwerden, Berufseinstieg, Elternschaft, Pensionierung, hohes Alter usw.) führen oft dazu, dass wir uns an neue körperliche, zwischenmenschliche und soziale Realitäten anpassen und uns neu definieren müssen.

Belastende Lebensereignisse (Trennung, Trauer, Verlust der Arbeit, Krankheit, soziale Ausgrenzung) können ein Gefühl des Versagens oder der Inkompetenz hervorrufen. Wir können uns selbst in Frage stellen, uns isolieren oder entmutigt fühlen. Wenn solche negativen Gedanken regelmässig wiederkehren, können sie unser Selbstwertgefühl beeinträchtigen.

Jede Veränderung erfordert, sich weiterzuentwickeln und gleichzeitig neue Anhaltspunkte zu schaffen. Dazu müssen wir an uns glauben und unsere Ressourcen, Kompetenzen, Bedürfnisse und Gefühle wertschätzen. Wir haben ausserdem das Bedürfnis, uns unterstützt und geborgen zu fühlen.

Wie kann man solche Phasen bewältigen?

Verschiedene Massnahmen können das Selbstwertgefühl bei grossen Veränderungen im Lauf des Lebens unterstützen oder stärken:

  • anerkennen, dass das, was wir durchleben, herausfordernd ist,
  • Situation analysieren: die Fehler, aber auch die mobilisierten Stärken,
  • unterscheiden, worauf wir Einfluss nehmen können und was nicht von uns abhängig ist,
  • sich selbst mit Wohlwollen behandeln, wie es eine Freundin oder ein Freund tun würde (Selbstmitgefühl),
  • sich auf nahestehende Personen stützen, die an die eigenen Stärken und Kompetenzen erinnern,
  • mit kleinen Schritten und realistischen Zielen vorangehen, ohne alles auf einmal lösen zu wollen,
  • bei Bedarf um Hilfe bitten – das bedeutet auch, anzuerkennen, dass man wertvoll ist.