Das Selbstwertgefühl pflegen | SantéPsy.ch

Das Selbstwertgefühl pflegen

Das Selbstwertgefühl hängt nicht allein von uns selbst ab, sondern wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dennoch gibt es bestimmte Dinge, die wir im Alltag tun können, um es zu pflegen, vor allem in der Art, wie wir mit uns selbst, mit anderen und mit den Situationen, denen wir begegnen, umgehen.

Sich selbst gegenüber eine nachsichtige und konstruktive Haltung einnehmen

Sich selbst zu lieben bedeutet, sich mit den eigenen Schwächen anzunehmen und sich trotz Fehlern und Unvollkommenheiten wertzuschätzen. Es bedeutet, sich mit Mitgefühl zu behandeln und sich selbst Sorge zu tragen, wie es eine aufmerksame Freundin oder ein aufmerksamer Freund täte. Es bedeutet auch, die eigenen Fehler zu anerkennen, sich und anderen zu vergeben.

Ein realistisches Bild von sich selbst pflegen

Sich objektiv betrachten, ohne sich zu hart zu beurteilen oder abzuwerten. Zum Beispiel:

  • Sich angewöhnen seine eigenen Stärken und nicht nur die Schwächen zu sehen,
  • «Selbstsabotierende» Gedanken identifizieren und diese schrittweise reduzieren,
  • bewusst mit seinem sozialen Medienkonsum umgehen und ein digitales Gleichgewicht finden,
  • Dankbarkeit für das entwickeln, was gut läuft.

Selbstvertrauen stärken

Nur wer etwas wagt, kann die falschen Vorstellungen über sich selbst entkräften. Um voranzukommen ist es entscheidend, weiterzugehen, zu wagen und auszuprobieren. Wenn wir aktiv werden, machen wir einen Schritt in Richtung Veränderung, auch wenn wir nicht perfekt sind. Sich trauen, trotz Zweifeln zu handeln, heisst zum Beispiel:

  • kleine Schritte mit realistischen Zielen zu machen,
  • es wagen, trotz Zweifel zu handeln und Unvollkommenheit zu akzeptieren,
  • sich zuzugestehen, zu scheitern, weiterzumachen und sich zu trauen,
  • um Hilfe zu bitten, wenn wir sie brauchen. Dadurch anerkennen wir, dass wir wertvoll sind.

Eine konstruktive Beziehung mit anderen pflegen

Wir fühlen uns stärker, wenn wir teilen können, uns nützlich fühlen und auf die Unterstützung unseres Umfelds zählen können. Bedeutungsvolle und unterstützende soziale Bindungen aufzubauen, bedeutet zum Beispiel:

  • sich an gemeinschaftlichen Aktivitäten zu beteiligen,
  • Beziehungen zu pflegen, in denen wir uns respektiert fühlen und uns frei ausdrücken können,
  • Vertrauenspersonen zu identifizieren, mit denen man sich gegenseitig unterstützt,
  • Distanz zu nehmen oder Beziehungen zu beenden, die das Selbstwertgefühl schwächen.

Soutenir l’estime de soi de ses proches

Als Familienmitglied, Kolleg/in, Freund/in können wir wesentlich zum Selbstwertgefühl der uns nahestehenden Personen beitragen. Solches Verhalten muss nicht heldenhaft sein. Sich für sie zu interessieren und für sie da zu sein, unterstützt sie und tut auch uns gut. Zum Beispiel:

  • wertungsfrei da sein und zuhören,
  • in Kontakt bleiben: Zeit zusammen verbringen, nachfragen, wie es geht, einen Ausflug vorschlagen,
  • ihnen ihre Erfolge und Fähigkeiten in Erinnerung rufen, Fortschritte und Erfolge mit ihnen feiern,
  • ihnen zeigen, dass sie wichtig sind,
  • die eigenen Fragen und Ressourcen mit ihnen teilen, damit sie sich weniger alleine fühlen.