Gefühl von Sicherheit fördern
Um sich sicher zu fühlen, müssen wir in unseren Lebensbereichen (Familie, Schule, Arbeit, Freizeit usw.) uns selbst sein können und angenommen werden, wie wir sind, ohne Wertung und ohne Diskriminierung. Es ist notwendig, sich in einem stabilen Umfeld entwickeln zu können, ohne übermässigem Stress ausgesetzt oder vor der Angst gelähmt zu sein, nicht zu genügen, Fehler zu machen oder bestraft zu werden.
Zugehörigkeitsgefühl fördern
Die soziale Bindung ist massgebend für den Selbstwert. Um sie aufzubauen, brauchen wir einen einfachen Zugang zu Gemeinschaftsräumen, Zeit, um Beziehungen aufzubauen und die Möglichkeit, uns positiv mit den Werten des Unternehmens oder der Schule zu identifizieren. Sich anerkannt, unterstützt und von wertvollen Beziehungen umgeben zu fühlen, gibt mehr Zuversicht, um sich zu engagieren und die eigenen Kompetenzen einzubringen.
Kompetenzgefühl fördern
Um sich den auftretenden Situationen gewachsen und handlungsfähig zu fühlen, müssen wir zunächst die eigenen Fähigkeiten (an)erkennen und entwickeln können. Um dies zu erreichen, müssen wir an unsere eigene Lernfähigkeit glauben und uns zutrauen, Herausforderungen auf dem eigenen Niveau zu meistern. Ausserdem müssen wir Fehler machen können, ohne bewertet zu werden. Dies ist nur in einem Umfeld möglich, das eigene Erfahrungen zulässt, die Selbstständigkeit fördert und auch bescheidene Fortschritte und Erfolge feiert.
Selbstkenntnis fördern
Wir brauchen die Möglichkeit, die eigenen Gefühle in völliger Sicherheit zu erkunden und zu wissen, dass sie stets ihre Berechtigung haben, sowie Erfahrungen zu sammeln, Fehler zu machen und unsere Entscheidungen zu überdenken und zu revidieren, ohne Gefahr zu laufen, ausgeschlossen oder diskriminiert zu werden.
Deshalb benötigen wir für den Aufbau eigener Anhaltspunkte und Werte ein Umfeld, das das kritische und kreative Denken würdigt und hilft, sich von bestimmten schädlichen Zwängen der Gesellschaft und der sozialen Medien zu lösen.
Die Bedeutung der Lebenskompetenzen
Sich etwas zuzutrauen bedeutet nicht nur, die Funktionsweise eines Systems zu verstehen oder über kognitive Kenntnisse zu verfügen. Es bedeutet auch, sich auf die grundlegenden Lebenskompetenzen stützen zu können, um Beziehungen und eine soziale Unterstützung aufzubauen und das eigene Leben aktiv zu gestalten. Diese Kompetenzen werden «Lebenskompetenzen» genannt:
- Problemlösefertigkeiten – Entscheidungsfähigkeit
- kreatives und kritisches Denken
- effektive Kommunikationsfertigkeiten – Beziehungsfähigkeit
- Selbstwahrnehmung – Empathie
- Stressbewältigung – Emotionsregulation
Diese Fähigkeiten sind notwendig, um einen gefestigten Selbstwert zu entwickeln. Als Gemeinschaft müssen wir ihre Aneignung und ihre Entwicklung das ganze Leben lang unterstützen, ganz besonders während der Kindheit, der Adoleszenz und des Übergangs ins Erwachsenenalter.