Auswirkungen sozialer Netzwerke | SantéPsy.ch

Der Mensch hat sich schon immer mit anderen verglichen, doch seit dem Aufkommen des Internets hat dies massiv zugenommen. In den sozialen Medien wird meistens gepostet, was schön ist und Spass macht, und ein verklärtes Bild der Realität gezeigt.

Man kann den Eindruck gewinnen, dass es anderen im Leben besser geht als einem selbst, was sich negativ auf das Selbstwertgefühl und die psychische Gesundheit auswirken kann, insbesondere in schwierigeren Lebensphasen. Man sollte sich vor Augen halten, dass das, was online kursiert, nicht immer der Realität entspricht. Mit gelegentlichen Internet-Pausen hat man mehr von den Beziehungen im «echten Leben».

 

Das Internet: eine Plattform mit grossem Nutzen...

Das Internet und die sozialen Netzwerke werden immer populärer: wir verbringen immer mehr Zeit online. Mit Vorsicht genutzt, bieten die verschiedenen Plattformen sehr viel, so etwa den Zugang zu Informationen, Dienstleistungen und Personen, mit denen man sonst vielleicht nicht hätte Verbindung aufnehmen können. Sie sind auch eine sehr gute Möglichkeit, mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben.

…aber auch Risiken

Die Nutzung des Internets ist jedoch nicht ohne Risiken, vor allem wenn sie sehr intensiv ist. Soziale Netzwerke sind ein wichtiges Mittel für den sozialen Vergleich, insbesondere durch die Tausenden von Fotos, die jeden Tag geteilt werden. Sich mit anderen zu vergleichen, liegt in der Natur der Menschen: es ist normal, wissen zu wollen, wie man im Vergleich zu Gleichaltrigen «dasteht». Seit dem Aufkommen des Internets sind die Vergleichsmöglichkeiten jedoch praktisch unendlich geworden. Die Schönheitsideale, die im Netz vermittelt werden, kommen oft durch Bearbeitung und Filter zustande, entsprechen nicht der Realität und sind unerreichbar.

Viele Menschen nutzen ihre Profile, um ein perfektes Bild von sich und ihrem Leben zu zeigen. Häufig werden diese Fotos retuschiert und mit Filtern nachbearbeitet. Das bedeutet, dass man sich nicht nur mit anderen vergleicht, sondern mit «optimierten» Versionen dieser Personen. Die daraus resultierende Unzufriedenheit und das Streben nach solchen unrealistischen Schönheitsidealen können für das körperliche und seelische Gleichgewicht gefährlich sein: vermindertes Selbstwertgefühl, persönliche Unzufriedenheit usw. In der Adoleszenz, einer wichtigen Phase in der Entwicklung des Selbstbildes und des Selbstwertgefühls, ist diese Gefahr besonders gross, ebenso in komplizierteren Lebensphasen oder bei bestimmten Schwierigkeiten.

Schutz vor den negativen Auswirkungen des Internets

Das Internet ist jederzeit zugänglich und verfügbar. Was kann man tun, um zu verhindern, dass die Psyche beim Surfen im Internet Schaden nimmt?

  • kritisch bleiben und daran denken, dass das, was im Internet kursiert, nicht immer der Realität entspricht. Oft zeigen die Profile nur eine Seite, eine idealisierte Version von sich selbst oder nur die positiven Aspekte im Leben anderer Leute;
  • anders auf den verschiedenen Plattformen kommunizieren: z.B. etwas mit Nahestehenden teilen, anstatt sich passiv die Profile anderer anzusehen. So kann man die Vorteile des Internets nutzen, indem man es als Mittel einsetzt, um den Kontakt zu seinen Mitmenschen aufrechtzuerhalten oder zu vertiefen;
  • darauf achten, auf welchen Websites man surft, und aufpassen, dass die verschiedenen Websites, auf die man stösst, auch vertrauenswürdig sind. Dabei kann es hilfreich sein, sich an Angehörige, Freunde oder Eltern zu wenden;
  • eine Online-Pause einlegen, wenn der Vergleich mit anderen einen zu sehr belastet oder wenn der Austausch in den sozialen Netzwerken verletzend wird. Mehr Zeit offline ermöglicht es ausserdem, sich anderen Aktivitäten zu widmen. Je stärker die persönlichen Beziehungen im «wirklichen» Leben, desto weniger anfällig sind wir für das, was im Internet verbreitet wird.